OutsideTheBox

Das Handy, der Laptop, das Internet, Computerspiele… Technologie ist ein fester Bestandteil unseres Lebens geworden und damit auch ein zentraler Aspekt unseres Lernens. Eine neue Generation wächst heran, die spielerisch und selbstverständlich mit Technologie umgeht. Das Sozialleben wird organisiert, man spielt, man teilt, man sucht und findet — man ist vernetzt, wann immer man will und überall.

In der Therapie von autistischen Kindern werden vermehrt technologische Hilfsmittel eingesetzt. Das hat vor allem damit zu tun, dass autistische Kinder die klaren und berechenbaren Interaktionsmuster schätzen. Eine Vielzahl von Softwareprogrammen, DVDs und Apps wurden entwickelt, die meist auf Erkenntnissen der Verhaltenstherapie basieren und darauf abzielen, autistischen Kindern bestimmte soziale Fähigkeiten zu vermitteln oder die Vorraussetzungen dafür zu schaffen. Zum Beispiel, Transporters  ist ein sehr gut erforschter Ansatz um Kindern zu helfen, Emotionen richtig zu erkennen und zu interpretieren. Obwohl sich mit technologischer Unterstützung gute Lernerfolge erzielen lassen, sind die Herausforderungen an die Entwicklung gross und ein zentrales Thema dabei ist der Transfer des Gelernten in das tägliche Leben. Der Einsatz von Technologie birgt die Gefahr, die Kinder weiter zu isolieren, sich auf ihre Defizite und Ängste zu fixieren und ihnen in einer virtuellen Welt Dinge beizubringen, die sie im realen Leben nicht anwenden können. 

Hier wollen wir mit unserem Forschungsprojekt ansetzen und ein Umdenken in der Gestaltung von Technologie für autistische Kinder anregen.

  • Wir wollen nicht die Defizite in den Mittelpunkt der Gestaltung von Technologie stellen, sondern das Kind als Individuum, mitsamt seiner reichhaltigen Lebenswelt als Ausgangspunkt nehmen. 
  • Wir suchen nach neuen Rollen für Technologie im Leben von autistischen Kindern, die über den Anspruch einer Therapie oder Intervention hinausgehen. 
  • Technologie soll Sinn und Spass machen. Sie soll positive Erlebnisse und Lebenserfahrungen ermöglichen über die Kinder selbst die Kontrolle haben. 
  • Unsere Technologie soll helfen, Brücken zu schlagen, zwischen dem Leben autistischer Kinder und ihrem sozialen Umfeld und ihnen helfen, die Erfahrungen die sie machen zu teilen
  • Das bedeutet, wir verfolgen keine direkten therapeutische Ziele in diesem Projekt, sondern wollen uns auf ein implizites, spielerisches Lernen durch soziale Interaktion konzentrieren, die vom Kind ausgeht und von der Technologie unterstützt wird. 

Um solche Technologien entwickeln zu können, müssen wir mit autistischen Kindern zusammenarbeiten. Sie sind die wahren Experten ihres Lebens! Als Forscherinnen und Designer wollen wir Kindern näher bringen, dass sie die technologische Umgebung in ihrem Leben mit gestalten können und wir wollen sie dabei unterstützen, ihre Ideen und Vorstellungen umzusetzen. Dieser Prozess wird als “Partizipatorisches Design” bezeichnet und bedeutet, dass die Benutzer einer Technologie aktiv in den Gestaltungsprozess der Technologie mit eingebunden werden. Im Kontext der Zusammenarbeit mit autistischen Kindern bringt ein solcher Ansatz viele Herausforderungen mit sich. Es müssen gezielt Methoden adaptiert und entwickelt werden, um es Kindern zu ermöglichen, kreativ über die Gestaltung von Technologie nachzudenken und ihre Ideen zu kommunizieren. In allen ausgewählten Methoden werden Kinder spielerisch in den Gestaltungsprozess integriert, etwa durch basteln, zeichnen oder Geschichten erzählen. 

Am Ende dieses Prozesses soll ein “smartes Objekt” stehen, das wir gemeinsam mit jedem Kind entworfen und gebaut haben. Ein smartes Objekt kann etwa ein vertrauter Gegenstand sein, dem wir besondere Fähigkeiten verleihen. Zum Beispiel, ein Stofftier das Fotos machen kann und Bilder an die Wand projiziert. Weil wir uns aber von den Ideen der Kinder leiten lassen wollen, wissen wir noch nicht was dabei herauskommt. Und daher nennen wir es einstweilen einmal ein “smartes Ding”. 

Als Teil des gewohnten und vertrauten Umfeldes des Kindes, kommt Mentorinnen, Lehrern oder Schulleitungen eine besondere Rolle zu. Da ist zum einen die logistische Zusammenarbeit, um in regelmäßigen Abständen mit dem Kind Treffen zu organisieren und um sicher zu stellen, dass diese Treffen für das Kind und für den Schulalltag keine unnötige Belastung sind, sondern ein lustvolles und gegenseitig nützliches Miteinander. Wir wollen unsere Aktivitäten so gestalten, dass sie bestmöglich, inhaltlich wie organisatorisch in den Schulalltag des Kindes passen. Es ist uns bewusst, dass viele Schulen am Rande ihrer Leistungskapazitäten arbeiten und wir wollen daher unter allen Umständen vermeiden, dass unsere Arbeit einen signifikanten Mehraufwand bedeutet. 

Haben Sie Interesse? Kennen Sie vielleicht ein Kind, dem ein solches Projekt Vergnügen bereiten könnte? Wir würden uns freuen, wenn wir Sie in einem persönlichen Gespräch näher informieren könnten. Kontaktieren sie uns per email unter info@outsidethebox.at oder telefonisch unter 01 58801 18793.